#30 – Organisierter Widerstand und der Paragraf 175

#30 – Organisierter Widerstand und der Paragraf 175

17. Juli 1937 – also heute vor 80 Jahren besiegelt mein Großvater sein Schicksal. Spätestens. Ohne es zu wissen. Und ganz sicher, ohne es zu wollen. An diesem Juli-Tag treffen sich eine Handvoll Männer – und eine Frau – in Brüssel, um organisiert Widerstand zu leisten. Gegen Hitler und den Nationalsozialismus. “Invertito – Jahrbuch für

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17. Juli 2017 0

#29 – Das Kreuz mit dem Kreuz

#29 – Das Kreuz mit dem Kreuz

Bevor mein Großvater zusammen mit seinem Weggefährten Plato im Juli 1937 die Widerstandszeitschrift “Die Kameradschaft” gründet, schreibt er bereits für andere Publikationen. Eine davon: Der Deutsche Weg – eine katholische Widerstandszeitschrift, die 1934 vom Jesuitenpater Friedrich Muckermann im niederländischen Oldenzaal gegründet wurde. Die Mitarbeit an dieser Zeitschrift war meinem Großvater aus zweierlei Gründen wichtig: Zum

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16. April 2017 0

#28 – Von Widerstand und Terrorismus

#28 – Von Widerstand und Terrorismus

1937 nimmt die Geschichte meines Großvaters so langsam wieder Fahrt auf. Und endlich finden die Protagonisten zusammen, die im Juli 1937 entscheiden werden: Es ist Zeit für eine weitere Widerstandszeitschrift. Für einige von ihnen das Todesurteil. Es ist immer wieder einigermaßen verrückt, eine Geschichte rückwärts zu lesen, deren Ende man schon kennt. Vielleicht ist das

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16. April 2017 0

#27 – Beste Kontakte ins Reich (2)

#27 – Beste Kontakte ins Reich (2)

Kennt ihr die Theorie von der wellenförmigen Bewegung, die Zivilisationen durchlaufen? Wir entwickeln uns, erreichen ein zivilisatorisches Hoch gekennzeichnet durch schnelle Entwicklung, Reichtum und Frieden, und dann geht’s wieder eine Runde abwärts. Menschen werden ärmer, die Entwicklung stagniert und statt friedlich miteinander zu leben, brechen wir einen Krieg vom Zaun, nur um in der Folge

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31. Januar 2017 0

Spurensuche

Es gibt viele Geschichten über meinen Großvater. Die meisten hat mein Vater aufgeschrieben. Aber ich bin immer noch auf der Suche nach Dokumenten, die mir helfen herauszufinden, wie mein Großvater sich organisiert hat, mit wem er zusammen gearbeitet hat und wo er überall war. Wer was weiß: gerne Mail an mich.

Die Anachronistin ist ein Blog, das sich der Lebensgeschichte von Theodor Franz Maria Hespers und seiner Familie widmet – betrachtet mit den Augen der Gegenwart. Ich, Nora Hespers, bin die Enkelin dieses Mannes, der als Widerstandskämpfer im Exil gegen das Naziregime arbeitete. Das macht mich zunächst mal zu nichts. Außer eben vielleicht zu einer Chronistin der eigenen Familiengeschichte.

Die Anachronistin gibt es ab sofort auch als Podcast! Wer also keine Zeit zum Lesen hat, der klickt sich einfach in die Soundcloud, zieht sich die aktuellen Folgen direkt übers RSS-Feed oder abonniert “Die Anachronistin” im iTunes Store.

Am 12.12.1903 – vor genau 111 Jahren – wurde mein Großvater geboren: Theodor Franz Maria Hespers. Für mich ist mein Großvater ein Mythos. Eine Heldenfigur. Und jemand, der mein Leben bis heute beeinflusst. Er starb am 09.09.1943 in Berlin Plötzensee – ermordet von den Nazis.

11 Responses

  1. Volker Wehrmann

    …hab gerade über deinen Blog im Radio gehört, und bin sehr gespannt, was da noch so kommt…
    Sonnige Grüße aus Detmold, Volker Wehrmann

    • Nora Hespers

      Hallo Volker,

      da kommt noch so einiges… eine unglaubliche Geschichte einfach. Stecke allerdings grade tief in der Recherche. Aber bald geht’s weiter – versprochen.

      Herzliche Grüße

      Nora Hespers

  2. hallo, nach der radiosendung neulich war ich ganz gespannt, was mich mit diesem blog erwartet … ich bin überrascht und habe vollen respekt darüber, wie tief du in die geschichte einsteigst. nicht nachlassen …
    gerhard

  3. manfred skierlo

    Hallo Nora ,

    gestern nachmittag klingelte es an unserer Tür und davor stand Dein Vater Dirk.
    Seit über dreißig Jahren besucht er uns, immer überraschend, in unregelmäßigen
    Abständen. Mal sind es Monate, mal Jahre. Aber immer haben wir die Zeit, uns
    lange über die jüngste aber auch die weit entfernte Vergangenheit zu unterhalten.
    Für uns ist und war Dirk immer der liebenswerte Chaot (für Dich, Deine Schwester
    und deine Mutter nicht immer einfach). Aber dieser Hunger nach Leben hat seinen
    Grund sicherlich in den Erfahrungen als Kind und Jugendlicher im Exil und auf der
    Flucht.
    Betrachtet man besonders die Ereignisse der letzten Monate, so sind diese Erfahrungen
    um so wichtiger und die Auseinandersetzung mit ihnen kein Anachronismus.
    Dirk hat uns von Deinem Blog erzählt und sein Stolz war ihm deutlich
    anzumerken.
    Auch brachte er uns zwei Gläser Marmelade mit, die meine Lebensgefährtin Maria
    mit der gleichen Skepsis betrachtet, die Du Speisen gegenüber beschreibst,
    die Dirk gekocht oder gebacken hat.

    Ob Maria die Marmelade (eine Mischung aus Trauben, Banane und Apfel) aufs
    Brot streichen wird ?

    Manfred

    • Nora Hespers

      Hallo Manfred,

      vielen Dank für deine Nachricht. Und ich sehe es ähnlich, dass die Auseinandersetzung kein Anachronismus ist. Aber ich bin ziemlich nah dran an der Geschichte für jemand, der Ende der 70er geboren ist. Das macht mich schon ein bisschen zu jemandem, der aus der Zeit gefallen ist.
      Dann bin ich mal gespannt, wie die Marmelade schmeckt.

      Herzliche Grüße

      Nora

  4. hallo,
    am letzten wochende habe ich drikkes wiedermal auf der burg waldeck getroffen. die treffen (leider zu wenige) sind immer wieder spannend!
    wir kennen uns seit einigen jahren, aber nie war langeweile angesagt. der bursche kann ja auch einiges erzählen! auch habe ich von ihm eine reihe lieder gelernt und auch in die nacht (da waren wir nur zu zweit) gesungen. ein traumhaftes erlebniss.
    da der kerle ja keine e-mail adresse hat, fänd ich das super nett wenn du/ihr ihm dat mal mitteilen könnt.
    für den nerother schwarzen haufen
    fram

  5. Emile Cantor Samama

    Liebe Nora,
    Habe volles Verständnis für dein Suchen nach Gerechtigkeit für dein Großvater. War dabei in Amsterdam gestern und habe dich und dein Vater bewundert. Ziehe selber auch immer die Parallelen zur Gegenwart und werde immer depressiver. Habe gott sei Dank meine Arbeit, die mich am Leben lässt. Gebe nicht auf.
    Liebe und herzliche Grüße

    • Nora Hespers

      Hallo 🙂

      vielen Dank für deine Zeilen! Nicht verzweifeln an der Gegenwart, bitte. Es gibt ganz im Stillen auch eine Gegenbewegung. Menschen, die überall ganz still helfen und Gutes tun. Klar, es gibt die Tage, da sehe ich auch schwarz. Aber dann schau ich mir all die Hilfsprojekte an, die es gerade gibt. Und dann weiß ich: da ist Schatten, aber da ist auch Licht. Wir müssen die Schatten verscheuchen.
      Ganz herzliche Grüße

      Nora

  6. Huhu Nora,

    sehr schöne Reihe! Für immer pro Licht. Bin praktisch schon auf dem Weg in die Sonne!

    Freue mich & Grüße Dich,

    Monika

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